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Dachschrägenschrank planen: Die drei Zonen, Aufmaß, Türwahl und Belüftung
Ilyas Khan

Dachschrägenschrank planen: Die drei Zonen, Aufmaß, Türwahl und Belüftung

Dachschrägenschrank planen: Die drei Zonen, Aufmaß, Türwahl und Belüftung

Unter der Schräge steckt mehr Stauraum als man sieht – aber auch mehr Planung als man erwartet. Ein Dachschrägenschrank hat keine rechte Ecke, keine einheitliche Höhe und keine Standardtiefe. Er braucht ein Konzept, das die Geometrie des Daches nutzt statt gegen sie zu arbeiten. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Planung funktioniert, welche Entscheidungen früh getroffen werden müssen und was einen guten von einem schlechten Schrägenschrank unterscheidet.

Die Geometrie verstehen: Kniestock, Vorderkante, Schragenwinkel

Drei Maße bestimmen alles:

  • Kniestockhöhe: die Höhe der senkrechten Wand vor der Schräge, gemessen von Oberkante Fertigfußboden. Typisch 80–120 cm im Altbau, 100–140 cm im Neubau. Der Kniestock bestimmt, wie viel Schrankhöhe tatsächlich nutzbar ist.
  • Vorderkante: die Höhe des Schranks an seiner vorderen Kante – dort, wo die Schräge den Schrank beschneidet. Zu viel Vorderkante: der Schrank schädigt die Schrägenbekleidung oder klemmt. Zu wenig: der Schrank ist an der Vorderkante nur 40 cm hoch und nicht nutzbar.
  • Schrägenwinkel: je steiler die Schräge, desto mehr nutzbare Höhe; je flacher, desto mehr toter Raum hinter dem Kniestock.

Die drei Zonen eines Dachschrägenschranks

Der häufigste Planungsfehler: den Schrank wie einen normalen Kleiderschrank mit einheitlicher Hängestange behandeln. Richtig ist eine Drei-Zonen-Aufteilung:

  • Zone 1 – Unterer Bereich (Kniestock, bis ca. 100 cm Höhe): Kniestock-Höhe, wenig Räumtiefe. Ideal für Schubladen, Ausziehrahmen für Hosen oder flache Regalböden. Keine Hängestange hier – zu niedrig.
  • Zone 2 – Mittlerer Bereich (100–160 cm): Hauptnutzungszone. Hängestange für kurze Kleidung (Hemden, Jacken), Regale für gefaltete Wäsche. Türfront häufig Schiebetür oder Klapptür.
  • Zone 3 – Oberer Bereich (ab 160 cm): nur dort, wo die Vorderkante hoch genug ist. Hängestange für lange Kleidung (Mäntel, Kleider) oder Regale für seltene Dinge. Drehtür nur bei ausreichend Schwenkraum (Schräge ab ca. 45°).

Aufmaß: was gemessen werden muss

An mindestens drei Stellen messen (links, Mitte, rechts), weil Dächer selten symmetrisch sind:

  1. Kniestockhöhe: Boden bis Unterkante Schräge an der Kniestockwand
  2. Schrankbreite: in der Ebene des Schranks, nicht am Boden
  3. Tiefe: vom Kniestock bis zur gewünschten Vorderkante
  4. Vorderkante: wie hoch ist die Schräge an der Schrankvorderkante?
  5. Hindernisse: Balken, Dachfenster, Kniestockluke, Heizkörper – Position und Größe notieren

Allgemeine Aufmaß-Anleitung: Nische für Einbauschrank richtig ausmessen.

Hindernisse einplanen

  • Balken und Pfetten: werden in den Korpus integriert – der Schrank bekommt an dieser Stelle einen Rücksprung oder ein Fach, das um den Balken herumgebaut wird. Sichtbare Balken lassen sich als Gestaltungselement offen lassen.
  • Dachfenster: der Schrank endet vor dem Fenster oder wird niedrig unter ihm weitergeführt, sodass das Fenster bedienbar bleibt. Ein Dachfenster hinter Schranktüren ist ein häufiger Planungsfehler.
  • Kniestockluken: der Zugang zum Drempelraum muss bleiben – als herausnehmbare Rückwand oder als Fach ohne Boden.
  • Heizkörper: offenes Fach mit Lüftungsgitter oder Schrankende vor dem Heizkörper.

Türwahl nach Zone

Die Türart ist die wichtigste Einzelentscheidung:

  • Drehtür: braucht Schwenkraum vor dem Schrank und eine Schräge, die steiler ist als der Schwenkbogen (ab ca. 45°). Vorteil: einfachste Montage, kein Laufsystem. Nachteil: Schwenkraum wird im geöffneten Zustand blockiert.
  • Schiebetür: kein Schwenkraum nötig, ideal für schmale Dachzimmer. Nachteil: immer ein Teil des Schranks bleibt verdeckt. Ausführungen: Schiebetür nach Maß.
  • Auszugslösung ohne Tür: für die untere Zone ideal – Schubladen und Ausziehrahmen brauchen keine Tür. Spart Kosten und Platz.

Vergleich: Schiebetür oder Doppelflügeltür.

Belüftung: der am häufigsten vergessene Punkt

Dachschrägenschränke stehen an der Außenwand – der kältesten Stelle im Raum. Ohne Belüftung staut sich Feuchtigkeit, Schimmel bildet sich an der Rückwand. Drei Maßnahmen:

  1. Keine luftdichte Rückwand an der Schräge – Lüftungsschlitze oder offene Konstruktion.
  2. Luft zirkulieren lassen: Schrankrückwand 2–5 cm von der Schräge abheben.
  3. Kein nasses Material einräumen: Kleidung vor dem Einräumen trocknen.

Fronten und Optik

Unter der Schräge wirken helle, glatte Fronten am besten – sie reflektieren das oft knappe Licht und lassen den Schrank in der Wand verschwinden. Weiß oder ein Hellgrau in Wandfarbe, grifflos oder mit kleinen Griffen. Dunkle Fronten machen den Raum niedriger. Holzoptik funktioniert, wenn sie zum Boden passt und der Raum groß genug ist. Die Front bündig bis zur Schräge ziehen, ohne Blende – das ist der Punkt, an dem man den Maßschrank vom Standardschrank unterscheidet. Ausführungen unter Einbauschrank nach Maß.

Was ein Dachschrägenschrank nach Maß kostet

Ein Dachschrägenschrank mit 3 Metern Breite, 60 cm Tiefe, Kniestock 100 cm, Auszügen im unteren Bereich, Drehtüren im hohen Bereich und Dekorfronten in Weiß liegt bei etwa 2.800 bis 4.500 Euro. Mit Schiebetüren, Lackfronten oder Innenbeleuchtung 4.500 bis 7.000 Euro. Die Montage ist enthalten oder kommt mit 400 bis 800 Euro dazu. Was den Preis treibt, sind die Auszüge (jeder 60–150 Euro), nicht der schräge Zuschnitt – der ist bei einer Maßfertigung kein Aufpreis. Zum Vergleich: Einbauschrank vom Tischler: Kosten und Ablauf.

Planung in fünf Schritten

  1. Kniestock, Vorderkantehöhe, Rückwandhöhe und Breite an drei Stellen messen; Hindernisse notieren.
  2. Tiefe festlegen: 60 cm für Kleidung, 40 cm für Bücher und Ordner, 35 cm für Schuhe.
  3. Türart nach Zone wählen: oben Drehtür oder Schiebetür, unten Auszüge.
  4. Innenleben nach Nutzung: Was täglich, was saisonal, was nie.
  5. Skizze oder Maße und Fotos schicken – Sie erhalten einen Planungsvorschlag. Oder selbst planen unter Schrank selbst konfigurieren.

Häufige Fragen

Wie tief sollte ein Dachschrägenschrank sein?

60 cm, wenn Kleidung auf Bügeln hängen soll. 40 cm für Bücher, Ordner, gefaltete Kleidung. Mehr als 60 cm nur, wenn im hinteren Bereich Kisten stehen, die selten bewegt werden.

Gehen Drehtüren unter der Dachschräge?

Ja, wenn die Schräge steiler als der Schwenkbogen der Tür ist – ab etwa 45° meist unproblematisch. Bei flacheren Dächern Schiebetüren oder Auszüge.

Braucht der Schrank eine Rückwand?

Nicht zwingend. An der Schräge – der Außenwand – ist ein Schrank ohne Rückwand oder mit Lüftungsöffnungen sogar besser, weil Feuchtigkeit nicht gestaut wird.

Kann ich einen Standardschrank unter die Schräge stellen?

Nur bei hohem Kniestock (ab etwa 200 cm) und mit Abstand zur Schräge. Sonst verschenkt er den Raum dahinter und ragt in den Wohnbereich.

Dachschrägenschrank anfragen

Alle Ausführungen, Fronten und Beispiele: Dachschrägenschrank nach Maß. Für die Küche unter der Schräge: Küche mit Dachschräge nach Maß. Maße und Fotos über Kontakt schicken.

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