Echtholzzarge: geölt, lackiert oder unbehandelt? Welche Oberfläche in welchen Raum gehört
Echtholzzarge: geölt, lackiert oder unbehandelt? Welche Oberfläche in welchen Raum gehört
Bei Tischen und Parkett ist die Frage „Öl oder Lack?“ gut dokumentiert. Bei Türzargen nicht – obwohl sie dort genauso wichtig ist. Eine Zarge wird angefaßt, gestreift, gelegentlich mit dem Staubsauger angestossen, und sie steht dreißig Jahre am selben Platz. Die Oberfläche entscheidet, wie sie sich anfühlt, wie sie altert und ob man sie ausbessern kann.
Was die drei Oberflächen tun
Geölt: Das Öl dringt in die oberste Holzschicht ein und härtet dort aus. Die Poren bleiben offen, die Oberfläche bleibt Holz. Unsere Asteiche Natur geölt ist so ausgeführt.
Lackiert: Ein farbloser Mattlack legt sich als geschlossener Film auf das Furnier. So kommen unsere Klassik-Zargen – etwa Eiche Natur, Ahorn oder Amerikanisch Nussbaum.
Unbehandelt: Rohes, geschliffenes Furnier ohne jede Behandlung. Asteiche Natur unbehandelt ist dafür gedacht.
Haptik: Öl gewinnt
Geöltes Holz fühlt sich an wie Holz – leicht rau, warm, offen. Lackiertes Furnier fühlt sich glatt und etwas kühler an. Wer eine Echtholzzarge wegen des Materials wählt, bekommt mit Öl das, was er meint.
Schutz und Pflege: Lack gewinnt
Ein Lackfilm hält Fingerabdrücke, Spritzwasser und den feuchten Lappen ab. Eine geölte Zarge nimmt an stark berührten Stellen mit den Jahren Hautfett auf und dunkelt dort leicht nach. Eine lackierte Zarge braucht zwanzig Jahre lang nichts außer einem feuchten Tuch. Wie man furnierte Zargen reinigt und pflegt, steht im Beitrag Furnierte Zarge pflegen, reinigen, ausbessern.
Reparatur: Öl gewinnt deutlich
Ein Kratzer in einer geölten Zarge wird leicht angeschliffen und nachgeölt – nach einer Stunde ist er weg. Ein Kratzer im Lack bleibt: Man kann ihn nicht lokal ausbessern, ohne dass der Ansatz sichtbar wird.
Feuchtigkeit: Lack gewinnt
Im Bad oder an der Küchentür ist Lack die sicherere Wahl. Für Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Flur spielt das keine Rolle.
Farbwirkung
Öl feuert an: Aus einer hellen Eiche wird ein warmer, goldbrauner Ton. Mattlack verändert die Farbe kaum. Wer die Zarge bewusst hell und nordisch will, wählt Lack oder ein weiß pigmentiertes Öl wie bei unserer Asteiche Creme. Wer Tiefe und Wärme will, wählt Öl oder die getönte Asteiche Bronze.
Wann „unbehandelt“ die beste Wahl ist
Sie haben einen geölten Eichenboden und wollen, dass die Zarge exakt denselben Ton hat. Dann kaufen Sie die Zarge unbehandelt und ölen sie mit demselben Öl wie den Boden. Kein Hersteller kann Ihnen eine geölte Zarge liefern, die farbgleich zu einem Boden eines anderen Herstellers ist. Selbst ölen ist der einzige Weg dorthin. Wichtig: Die unbehandelte Zarge muss vor dem Einbau behandelt werden.
Die Entscheidung nach Räumen
| Raum | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| Wohnzimmer, Esszimmer | Geölt | Wird angefaßt und gesehen, selten beansprucht |
| Schlafzimmer, Arbeitszimmer | Geölt oder lackiert | Beides geeignet, Haptik entscheidet |
| Flur, Diele | Geölt | Viel Berührung – Ausbesserbarkeit zählt mehr als Schutz |
| Kinderzimmer | Geölt | Kratzer kommen sicher; mit Öl sind sie reparabel |
| Küche, Bad, HWR | Lackiert | Spritzwasser, Fett, Dampf |
| Zarge soll zum Boden passen | Unbehandelt, selbst ölen | Einziger Weg zur Farbgleichheit |
Kurz gesagt
Geölt für Haptik und Reparierbarkeit, lackiert für Feuchtigkeit und Pflegeleichtigkeit, unbehandelt für Farbgleichheit mit dem Boden. Alle Oberflächen und Holzarten: Echtholzzarge nach Maß. Und wenn Sie noch zwischen Furnier und CPL schwanken: CPL-Zarge oder Echtholzzarge?