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Handwerker baut neues Kunststofffenster in Altbaufassade ein, altes Fenster liegt daneben
Ilyas Khan

Fenster tauschen: Kosten, Ablauf und worauf Sie beim Austausch achten müssen

Fenster tauschen: Kosten, Ablauf und worauf Sie beim Austausch achten müssen

Alte Fenster kosten Heizenergie, ziehen im Winter und lassen mehr Lärm durch als nötig. Aber wann lohnt sich der Austausch wirklich – und was kostet er? Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Fenstertausch abläuft, welche Kosten entstehen, was Förderung bringt und welche Fehler beim Austausch am häufigsten passieren.

Wann lohnt sich ein Fenstertausch?

Die wichtigsten Signale:

  • Zugluft am Rahmen: Dichtungen springen oder der Rahmen hat sich verzogen. Neue Dichtungen kosten 20–50 € pro Fenster – wenn das nicht hilft, ist der Rahmen fällig.
  • Beschlag an der Innenseibe: Kondenswasser zwischen den Scheiben bedeutet, dass die Isolierverglasung defekt ist. Die Scheibe ist hin, nicht das ganze Fenster – oft reicht ein Scheibentausch.
  • Zweifachverglasung vor 2000: Wärmeschutzwert (Uw) oft 2,0–2,8 W/(m²K). Moderne Dreifachverglasung erreicht 0,7–0,9 W/(m²K) – das ist drei- bis viermal besser.
  • Schallschutz: Fenster an Straße, Bahn oder Flughafen? Schallschutzklasse Rw 42–45 dB statt Standard-Rw 33–36 dB spart messbar Nerven.
  • Einbruchschutz: Widerstandsklasse RC2 ist heute Standard bei Neubau. Alte einfach verglaste Fenster bieten kaum Schutz.

Was kostet ein Fenstertausch?

Leistung Kosten pro Fenster (Richtwert)
Kunststofffenster 2-flg., Dreifachverglasung, inkl. Montage 600–1.200 €
Holz-Alu-Fenster, Dreifachverglasung, inkl. Montage 900–1.800 €
Aluminium-Fenster, Dreifachverglasung, inkl. Montage 1.000–2.200 €
Demontage und Entsorgung Altfenster 50–150 € pro Fenster
Anschluss verputzen, Laibung dämmen 150–400 € pro Fenster
Rollladen nachrüsten 300–600 € pro Fenster

Für ein Einfamilienhaus mit 15 Fenstern ist ein Gesamtbudget von 15.000–30.000 € realistisch, je nach Material und Aufwand.

Ablauf eines Fenstertauschs

  1. Aufmaß: Der Fachbetrieb nimmt außen und innen Maß – Rohbaubreite und -höhe, nicht das alte Fenstermaß. Bei Altbauten messen sie an mehreren Stellen, weil Wände schief sind.
  2. Angebot und Auswahl: Material (Kunststoff, Holz, Alu, Holz-Alu), Verglasung (2-fach, 3-fach, Schallschutz), Farbe, Beschlag, Rollladen ja/nein.
  3. Fertigung: 4–8 Wochen Lieferzeit, je nach Hersteller und Auslastung.
  4. Montage: Ein Standardfenster wird in 1–2 Stunden gewechselt. Der Raum ist kurzzeitig offen – bei Wintermontage Heizkostenvorbereitung einplanen. Die Laibung wird neu verputzt oder mit Fensterbank abgeschlossen.
  5. Abdichtung: Innen dampfdicht, außen schlagregendicht – die RAL-Montage-Richtlinie definiert den Standard. Falsches Abdichten ist die häufigste Ursache für spätere Schimmelbildung.
  6. Abnahme: Funktion prüfen, Anschlüsse kontrollieren, Unterlagen für Förderantrag sichern.

Förderung beim Fenstertausch

Die KfW fördert Einzelmaßnahmen über das Bundesförderungsprogramm Effizientes Gebäude (BEG EM). Voraussetzung: Uw-Wert des neuen Fensters max. 0,95 W/(m²K) – das schaffen Dreifachverglasungen standardmäßig. Der Antrag muss vor Beauftragung des Handwerkers gestellt werden. Förderquote: 15–20 % der förderfähigen Kosten. Zusätzlich gibt es Landes- und Gemeindeprögramme – beim örtlichen Energieberater oder der Verbraucherzentrale nachfragen.

Zweifach oder Dreifachverglasung?

Dreifachverglasung ist heute Standard im Neubau und die bessere Wahl für Sanierung: bessere Wärmedämmung (Uw ca. 0,7–0,9 vs. 1,1–1,3 W/(m²K)), besserer Schallschutz, Förderfähigkeit. Einziger Nachteil: etwas schwerer, daher Beschlag mit mehr Traglast nötig. Für Ferienwohnungen oder ungeheizte Geräteräume kann 2-fach ausreichen.

Altbau: Besonderheiten

Bei Gründerzeitbauten, Fachwerk oder denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Regeln. Holzfenster mit aufgesetzter Isolierverglasung sind oft die einzige zugelassene Lösung. Im Denkmalschutz immer vor dem Kauf mit der Behörde abstimmen – nicht erst nach der Montage.

Häufige Fragen

Kann ich Fenster selbst tauschen?

Handwerklich ja – aber die Abdichtung nach RAL-Richtlinie ist anspruchsvoll, und bei Förderung ist Fachbetrieb Pflicht. Außerdem entfällt ohne Fachbetrieb meist die Herstellergarantie auf die Montage.

Wie lange dauert es, bis sich neue Fenster amortisieren?

Bei alten Einfachverglasungen 8–12 Jahre, bei Zweifachverglasung aus den 1990ern 15–20 Jahre – stark abhängig von Energiepreisen und Förderung. Die Komfortsteigerung (kein Zug, weniger Lärm) ist sofort spürbar.

Welche Farbe ist bei Fenstern am pflegeleichtesten?

Weiß (RAL 9016) ist pflegeleicht und zeitlos. Anthrazit (RAL 7016) zeigt Staub weniger. Beide sind heute als Folie oder Lackierung verfügbar und gleich haltbar.

Anfrage und Beratung

Fenster, Haustüren und Kombinationslösungen finden Sie auf der Seite Kontakt. Für ein Aufmaß und Angebot: Maße der Rohbauöffnung (Breite × Höhe) und Wandstärke angeben.

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