Kleiderschrank-Innenaufteilung planen: Welche Fachhöhen, Stangenhöhen und Schubladen wirklich funktionieren
Die meisten Kleiderschränke haben zu viel Stange und zu wenig Fach. Oder ein Fach, in das vier Pullover passen und der fünfte nicht. Oder eine Kleiderstange, unter der 40 Zentimeter Luft bleiben, weil sie für Mäntel geplant war und Hemden daran hängen. Bei einem Schrank nach Maß lässt sich das vermeiden – wenn man vorher zählt, misst und ein paar Maße kennt. Dieser Beitrag liefert sie.
Schritt 1: Zählen, was Sie haben
Bevor man plant, zählt man – ehrlich, inklusive der Sachen im Keller. Wie viele Teile hängen (Hemden, Blusen, Jacken, Kleider, Anzüge, Mäntel)? Wie viele liegen (Pullover, T-Shirts, Jeans)? Wie viele Schubladen voll Unterwäsche, Socken, Accessoires? Wie viele Paar Schuhe sollen in den Schrank? Daraus ergibt sich, wie viel Stange, wie viel Fach und wie viele Schubladen der Schrank braucht. Die Faustregel aus der Praxis: Ein Erwachsener braucht etwa 100 cm Stange für kurze Teile, 40 bis 60 cm für lange Teile und 100 bis 150 cm Fachbreite über vier bis fünf Fächer.
Hängen: die richtigen Stangenhöhen
Kleidung braucht unter der Stange Platz nach unten. Die Maße, die funktionieren:
| Kleidungsstück | Hängelänge | Stangenhöhe ab Fachboden |
|---|---|---|
| Hemden, Blusen, Jacketts | 80–95 cm | 100 cm |
| Hosen gefaltet über Bügel | 60–70 cm | 80 cm |
| Hosen lang gehängt | 100–115 cm | 120 cm |
| Kleider, kurz | 100–120 cm | 125 cm |
| Kleider lang, Mäntel | 130–160 cm | 165–175 cm |
| Abendkleider, lange Mäntel | bis 180 cm | 190 cm |
Daraus folgt die wichtigste Entscheidung: Doppelstange oder Einzelstange. Zwei Stangen übereinander (bei 100 und 200 cm) fassen doppelt so viele Hemden, Blusen und Jacketts wie eine – auf derselben Breite. Nur wer viele lange Teile hat, braucht einen Einzelstangenbereich. Die meisten Schränke sollten zu zwei Dritteln Doppelstange und zu einem Drittel Einzelstange sein, nicht umgekehrt.
Bügelbreite und Schranktiefe
Ein normaler Kleiderbügel ist 40 bis 45 cm breit, ein Anzugbügel bis 47. Für Bügel quer zur Stange braucht der Innenraum 55 cm Tiefe, also 58 bis 60 cm Außentiefe bei Drehtüren und 63 bis 65 cm bei Schiebetüren. Bei weniger Tiefe: Auszugstange (Bügel hängen längs, Stange fährt heraus) oder schmale Bügel mit 38 cm. Was das für die Schrankwahl bedeutet, steht unter Schiebetürenschrank nach Maß.
Legen: Fachhöhen und Fachbreiten
Ein Stapel Pullover ist mit fünf Teilen etwa 30 cm hoch. Darüber muss man noch greifen können. Fachhöhen, die funktionieren: 30 bis 35 cm für Pullover und Sweatshirts, 25 cm für T-Shirts und Jeans, 20 cm für Wäsche in Boxen. Alles über 40 cm wird zum Doppelstapel und damit unübersichtlich. Fachbreite: 45 bis 60 cm, damit ein Stapel nicht kippt; bei Fachböden über 80 cm Breite hängt die Platte durch. Einlegeböden sollten verstellbar sein, aber die Planung sollte trotzdem mit echten Höhen erfolgen – „verstellbar“ ist keine Aufteilung.
Schubladen
Schubladen sind der teuerste Teil des Innenausbaus und der, den man am meisten nutzt. Höhen: 12 bis 15 cm für Socken, Unterwäsche, Accessoires; 20 cm für T-Shirts und Sportkleidung; 25 bis 30 cm für Pullover. Breite bis 80 cm bei Vollauszug. Schubladen gehören in den Bereich zwischen 40 und 120 cm Höhe – darunter bückt man sich, darüber sieht man nicht hinein. Wer Schubladen mit Inneneinteilung (Einsätze für Socken, Gürtel, Uhren) will, plant sie 12 cm hoch.
Schuhe
Ein Paar Schuhe braucht 25 cm Breite und 15 cm Höhe (Sneaker, Halbschuhe), Stiefel 40 cm Höhe. Schräge Schuhböden zeigen die Schuhe, brauchen aber mehr Höhe; gerade Böden fassen mehr. Ein Schuhauszug mit zwei Ebenen fasst auf 60 cm Breite acht bis zehn Paar. Schuhe gehören nach unten – und bei Kleiderschränken im Schlafzimmer eher in die Garderobe als in den Kleiderschrank.
Der Bereich über 200 cm
Oben im Schrank ist der Platz für Saisonware, Koffer, Bettzeug. Fachhöhe 40 bis 50 cm, ein Fachboden, kein Stangenbereich. Bei raumhohen Schränken lohnt ein Kleiderlift (Stange, die man herunterzieht) für den Bereich zwischen 200 und 240 cm – dann hängt dort die zweite Saison.
Eine Beispielaufteilung: 250 cm breit, 240 cm hoch, für zwei Personen
Element 1 (links, 100 cm): Doppelstange bei 100 und 200 cm – Hemden, Blusen, Jacketts für beide. Darüber ein Fach für Koffer.
Element 2 (Mitte, 50 cm): Fünf Fächer à 30 cm von 40 bis 190 cm – Pullover, Jeans, T-Shirts. Darunter zwei Schubladen à 15 cm. Darüber Fach.
Element 3 (rechts, 100 cm): Einzelstange bei 170 cm – Kleider, Mäntel. Darunter 50 cm: zwei Schubladen à 20 cm oder ein Schuhauszug. Darüber Fach.
Diese Aufteilung fasst etwa 120 hängende Teile, 50 gelegte und vier Schubladen. Für viele Paare reicht das – für andere nicht, deshalb vorher zählen.
Was wir bei der Planung empfehlen
Erst die Aufteilung festlegen, dann die Türen. Hinter jeder Tür ein sinnvoller Bereich, nicht eine Trennwand in der Mitte der Türöffnung. Schubladen in Griffhöhe. Doppelstange, wo immer möglich. Fachböden nicht breiter als 60 cm. Und zehn Prozent Reserve – Kleiderschränke werden nicht leerer.
Was die Aufteilung kostet und wie der Schrank entsteht: Einbauschrank vom Tischler: Kosten und Ablauf. Wie Sie den Schrank selbst zusammenstellen: Schrank konfigurieren: Ratgeber. Alle Schränke unter Kleiderschrank nach Maß, Planungsfragen über unseren Kontakt.