Alte Türzarge ausbauen und erneuern: Was auf Sie zukommt
Alte Türzarge ausbauen und erneuern: Was auf Sie zukommt
Neue Türen, alte Zargen – das passt selten zusammen. Entweder stimmt das Dekor nicht, oder die alte Zarge ist verzogen, angeschlagen oder schlicht aus einer Zeit, in der man Türrahmen noch hellbraun folierte. Bevor Sie zur Säge greifen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was Sie da eigentlich ausbauen und ob es Alternativen gibt.

Erst klären: Holzzarge oder Stahlzarge?
Holzzargen – genauer: Zargen aus Holzwerkstoff mit CPL, Folie oder Lack – sind in Wohnhäusern seit den 1970er-Jahren der Normalfall. Sie sind mit Montageschaum in der Öffnung fixiert, manchmal zusätzlich verschraubt oder genagelt. Der Ausbau ist Handarbeit, aber machbar.
Stahlzargen findet man in Mehrfamilienhäusern, in Kellern und in Häusern der 1950er- bis 1980er-Jahre. Sie sind eingemauert oder mit Mörtel hinterfüllt und lassen sich nicht „ausbauen“ – man muss sie ausstemmen. Das bedeutet Schmutz, Lärm und in der Regel Putzschäden.
Alternative bei Stahlzargen: überbauen statt ausstemmen
Eine intakte Stahlzarge kann in der Wand bleiben. Ein Blendrahmen nach Maß wird davor beziehungsweise darum gesetzt und nimmt das neue Türblatt auf. Sie bekommen ein neues Dekor, eine neue Tür, eine saubere Optik – ohne Stemmarbeiten, ohne Putzreparatur, meist an einem Tag. Mehr zu Zargenarten auf unserer Seite Türzarge nach Maß.
Auch bei Holzzargen ist das Überbauen möglich, lohnt sich aber seltener – der Ausbau ist dort unkompliziert genug, dass eine komplett neue Zarge meist die bessere Wahl ist.
Holzzarge ausbauen: der Ablauf
Türblatt aushängen. Dann die Zierbekleidung lösen – sie ist auf das Futterbrett gesteckt oder geleimt, manchmal im Altbau auch mit Nägeln in die Wand geschlagen. Mit einem flachen Stecheisen vorsichtig ansetzen und abhebeln. Ist die Fuge zur Wand mit Acryl versiegelt, vorher mit dem Cutter durchtrennen, sonst reißt die Tapete mit.
Das Futterbrett an beiden Seiten drei Mal durchsägen – unterhalb des Knies, in Hüfthöhe, knapp unter dem Sturz. Die kurzen Stücke lassen sich einzeln von der Wand hebeln. Den freigelegten Schaum mit Meißel oder Spachtel von der Laibung kratzen. Rechnen Sie für eine Zarge mit ein bis zwei Stunden.
Besonderheiten im Altbau
Zargen vor 1960 sind häufig nicht geschäumt, sondern an eingemauerte Holzklötze genagelt oder mit Gips vermauert. Das Herauslösen dauert länger und hinterlässt tiefere Spuren in der Laibung. Außerdem sind die Öffnungen selten genormt. Messen Sie nach dem Ausbau erneut und bestellen Sie dann. Die Grundlagen dazu im Beitrag Türen richtig ausmessen.
Nach dem Ausbau: Laibung vorbereiten
Die Laibung muss sauber, trocken und halbwegs eben sein. Größere Ausbruch mit Reparaturmörtel schließen, Staub absaugen. Jetzt ist auch der Moment, die Wandstärke endgültig zu messen. Im Beitrag Wandstärke und Bekleidungsbreite steht, worauf es dabei ankommt. Und wenn die neue Zarge da ist, geht es weiter mit dem Ratgeber Innentür mit Zarge einbauen.
Kann die alte Zarge bleiben und nur das Türblatt getauscht werden?
Ja, wenn drei Dinge stimmen: Die Zarge ist gerade und unbeschädigt, das Falzmaß entspricht einer Normgröße, und der Bandabstand passt zu einem Standardtürblatt. Wie Sie das prüfen, steht im Beitrag Türblatt wechseln ohne Zarge.
Unsere Empfehlung
Holzzarge: ausbauen, neu messen, neue Zarge im Dekor der neuen Tür. Stahlzarge, intakt: Blendrahmen davor. Stahlzarge, verzogen oder beschädigt: ausstemmen lassen, das ist Fachbetriebsarbeit. Zargen in allen Dekoren und Wandstärken: Türzarge nach Maß. Fragen zur Bestandssituation: Kontakt.