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Wohnungseingangstür zwischen kaltem Treppenhaus und warmem Wohnungsflur
Ilyas Khan

Klimaklasse bei Wohnungstüren: Was II und III bedeuten

Klimaklasse bei Wohnungstüren: Was II und III bedeuten

Eine Wohnungstür hat zwei Seiten mit zwei verschiedenen Klimas. Innen 22 Grad und trockene Heizungsluft, außen im Treppenhaus vielleicht 10 Grad und feucht. Holz und Holzwerkstoffe reagieren darauf: Die warme Seite schrumpft, die kalte dehnt sich. Das Türblatt wölbt sich. Die Klimaklasse gibt an, wie groß dieser Unterschied sein darf, bevor die Tür sich verzieht.

Was genau geprüft wird

Die Klimaklassen gehen auf die RAL-Gütebestimmungen für Innentüren zurück und werden im Labor ermittelt. Das Türelement wird zwischen zwei Klimakammern gehängt: eine warm und trocken, eine kälter und feuchter. Nach einer definierten Zeit wird gemessen, wie stark sich das Blatt verformt hat.

Vereinfacht: Klimaklasse I entspricht einer normalen Zimmertür zwischen zwei beheizten Räumen. Klimaklasse II verträgt einen Temperaturunterschied von etwa 10 Grad. Klimaklasse III verträgt rund 20 Grad Unterschied bei deutlich höherer Luftfeuchte auf der kalten Seite.

Wie die Klasse konstruktiv erreicht wird

Ein normales Türblatt aus Röhrenspan verzieht sich bei 20 Grad Unterschied messbar. Für Klimaklasse III wird der Aufbau versteift: eine Vollspan-Mittellage, ein Hartholzrahmen und meist eine Sperrschicht aus Aluminium oder eine Stahlrohrverstärkung im Türblatt. Das macht die Tür schwerer. Deshalb haben Wohnungseingangstüren dreiteilige Bänder statt der zweiteiligen an Zimmertüren. Wie sich Bänder einstellen lassen, steht im Beitrag Türbänder: Arten und Einstellung.

Wann Klimaklasse II ausreicht

Wenn das Treppenhaus beheizt ist und die Temperatur dort selten unter 15 Grad fällt, reicht Klimaklasse II. Das ist in vielen neueren Mehrfamilienhäusern der Fall, in denen Flur und Treppenhaus zur thermischen Hülle gehören.

Wann es Klimaklasse III sein muss

Unbeheiztes Treppenhaus, Altbau mit zugigem Hausflur, Laubengang, Kellerabgang, Tür zum unausgebauten Dachboden: überall dort, wo auf der kalten Seite im Winter Temperaturen nahe der Außentemperatur herrschen. In diesen Situationen verzieht sich eine Tür mit niedrigerer Klasse innerhalb des ersten Winters. Der Verzug öffnet einen Spalt an der Dichtung – Schallschutz und Wärmedämmung sind dann wirkungslos. Die meisten Hersteller empfehlen deshalb für Wohnungseingangstüren grundsätzlich Klimaklasse III.

Klimaklasse und Schallschutz hängen zusammen

Eine Schallschutztür funktioniert nur, wenn sie dicht schließt. Der schwere, steife Aufbau einer Klimaklasse-III-Tür ist gleichzeitig die Grundlage für gute Schalldämmung. Mehr dazu im Beitrag Wohnungseingangstür und Schallschutz.

Die Zarge gehört zum System

Die Klimaklasse wird für das Türelement geprüft, also Blatt und Zarge zusammen. Wer die Wohnungstür erneuert, sollte die Zarge mitdenken – entweder als neue Umfassungszarge oder, bei vorhandener Stahlzarge, als Blendrahmen davor. Welche Dichtungen es gibt, steht im Beitrag Türdichtungen: Arten und Wechsel.

Was Sie beim Kauf prüfen sollten

Fragen Sie nach der Klimaklasse des kompletten Elements, nicht nur des Blattes. Und beschreiben Sie die Situation vor Ort: beheizt oder nicht, Keller- oder Dachbodennähe, Laubengang. Unsere Wohnungseingangstüren in CPL planen wir auf Basis genau dieser Angaben. Schildern Sie uns Ihre Einbausituation, wir sagen Ihnen, welche Ausführung passt.

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