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Arbeitsplatte messen und bestellen: Schritt für Schritt zur passenden Platte
Ilyas Khan

Arbeitsplatte messen und bestellen: Schritt für Schritt zur passenden Platte

Die Arbeitsplatte ist das am stärksten beanspruchte Bauteil der Küche – und beim Austausch das mit dem größten Sofort-Effekt: Neue Platte, neue Küche. Der Weg dorthin führt über ein sauberes Aufmaß, denn anders als bei Schrankfronten gibt es hier keine Justierschrauben: Die Platte passt, oder sie passt nicht. Diese Anleitung führt durch jeden Messschritt – inklusive des Fehlers, der die meisten Erstbestellungen ruiniert.

Schritt 1: Länge messen – und der Wand misstrauen

Messen Sie die Plattienlänge an der Wand entlang – und zwar an drei Stellen: an der Wand, an der Vorderkante der Schränke und dazwischen. Der Grund: Wände sind fast nie gerade, und eine Platte, die vorn passt, kann hinten klaffen. Notieren Sie den größten Wert und die Differenz – bei schiefen Wänden wird die Platte leicht überlang gefertigt und beim Einbau an die Wand angepasst, die Fuge übernimmt danach die Wandabschlussleiste.

Schritt 2: Tiefe und Überstand festlegen

Der Standard liegt bei rund 60 Zentimetern Tiefe – gemessen wird aber Ihre Situation: Korpustiefe plus Fronstärke plus gewünschter Überstand an der Vorderkante (üblich sind zwei bis drei Zentimeter, damit Krümel nicht in die Auszüge fallen). Tiefer geplante Zeilen mit versetzten Geräten oder eine Theke verlangen Sondertiefen – bei Maßfertigung kein Problem, solange sie im Aufmaß stehen.

Schritt 3: Die Ausschnitte – niemals schätzen

Spüle und Kochfeld brauchen Ausschnitte, und hier gilt die eiserne Regel: Ausschnittmaße kommen vom Gerät, nicht vom Augenmaß. Jede Spüle und jedes Kochfeld hat ein dokumentiertes Ausschnittmaß – es steht in der Einbauanleitung und meist auf einer beiliegenden Schablone. Für die Bestellung brauchen wir dieses Maß plus die Position: Abstand des Ausschnitts von der linken Plattenkante und von der Vorderkante. Wer vorhandene Geräte übernimmt, fotografiert Typenschild und Einbauanleitung – dasselbe Prinzip wie beim Küchenkauf ohne Geräte. Wichtig: Mindestabstände zu Plattenkanten und Stößen einhalten, sonst leidet die Stabilität – wir prüfen das vor der Fertigung.

Schritt 4: Ecken und Stöße bei L- und U-Form

Über Eck läuft keine Platte am Stück – geplant wird mit einem Stoß, meist auf Gehrung oder als gerader Anschluss mit Verbindern. Der Stoß gehört an eine unaufällige, trockene Stelle: nicht mitten in die Spülzone, nicht unter das Kochfeld. Bei der Bestellung zählen deshalb beide Schenkellängen plus die Angabe, wo der Stoß liegen soll – die Grundlagen der Eckplanung liefert der Beitrag Küche in L-Form planen.

Schritt 5: Höhe nicht vergessen

Wer die Platte ohnehin tauscht, hat die einmalige Gelegenheit, die Arbeithöhe zu korrigieren: Eine dickere oder dünnere Platte, kombiniert mit verstellbaren Sockelfißen, verschiebt die Höhe um entscheidende Zentimeter – was der Rücken davon hat, rechnet der Beitrag Arbeithöhe und Ergonomie vor.

Die Checkliste für die Bestellung

Länge (drei Messpunkte), Tiefe mit Überstand, Plattenstärke, Ausschnitte mit Gerätmaß und Position, Stöße mit Lage, dazu Fotos der Situation – damit ist die Anfrage komplett. Wir prüfen jedes Aufmaß vor dem Zuschnitt und fragen nach, statt zu raten. Wer im gleichen Zug die Fronten erneuert, kombiniert beides zur kleinen Kühenrenovierung – die Anleitung dafür steht im Beitrag Kühenfronten austauschen, die Kostenblöcke im Überblick Was kostet die Küche wirklich?

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